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Es geht nicht um Fürsorge, sondern um egalitäre Teilhabe

Quelle: HLZ - Heft 12 - Dez. 2010

Von: Siegrid Trommershäuser

Inklusive Schule ist die Schule, die gemäß § 24 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) wesentlicher Bestandteil eines inklusiven Bildungssystems ist (1). Durch Ratifizierung der Konvention durch den deutschen Bundestag haben sich Bund und Länder völkerrechtlich verpflichtet, ihre Umsetzung national zu gewährleisten. Seit März 2009 ist sie geltendes Recht.

Die Inklusive Schule bezieht sich auf das deutsche Schulsystem, besonders auf das Recht auf Bildung für alle Kinder und Jugendlichen in der Zeit der zehnjährigen Schulpflicht. Sie bedeutet eine Verpflichtung zum Systemwechsel, bezogen auf das bisherige Schulsystem. Sie tritt ein für das Recht aller Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen, unabhängig von ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft, miteinander und voneinander zu lernen. Sie bezieht sich nicht nur auf die Gruppe behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen. Es geht ihr nicht um eine „Sonderpädagogisierung“ der Schule.

Frankfurter IGS’sen Frankfurt, den 11.6.2012

Arbeitskreis der Schulleiter/innen der Frankfurter IGS’sen (i.V. Helga Artelt, Wolfram Waltemathe)
Arbeitskreis der pädagogischen Leiter/innen (i.V. Elke Blum, Silke Henningsen)

An das Kultusministerium Hessen

Frau Beer
Herr Klein

An das IQ Hessen

Herr Peter Herden, Leitung der Arbeitseinheit II.2 Zentrale Lernstandserhebungen

Zur Kenntnis an das IQ Berlin, Forum IGS, GGG Hessen und Bund, GEW, HLZ (Hessische Lehrerzeitung)

Verpflichtende Lernstandserhebungen an Integrierten Gesamtschulen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die IGS ist eine Schuform, welche seit über 40 Jahren in Hessen zugelassen ist.

Dennoch wird sie im Bewusstsein des Kultusministeriums und des IQs immer wieder marginalisiert und unsere Arbeit damit unnötigerweise erschwert.

Dies findet sich auch bei den Bildungsstandards, auf welche sich die Lernstandserhebungen ja letztlich beziehen, wieder. Hier wird mangels Handreichungen von den IGS’sen gefordert, dass sie ihre Curricula auf der Basis von drei unterschiedlichen Niveaustufen erstellen, zudem sind Fächer wie NaWi oder GL nicht berücksichtigt.

Wir fordern darum entweder eine Nachbesserung der Lernstandserhebungen für unsere Schulform oder aber die Aussetzung der verpflichtenden Durchführung dieser Lernstandserhebungen an den Integrierten Gesamtschulen.

Gerd-Ulrich Franz
Soziale Ungleichheit und schulische Perspektiven
- in Wiesbaden und Rhein-Main.

Dieser Bericht ist eine nachträglich ausformulierte und ergänzte Fassung eines Vortrages vor
dem Kuratorium der Stiftung Leuchtfeuer in Mainz am 30.8.2014. Anlass war eine Diskussion
des Kuratoriumsvorstandes über die Wahrnehmung gesellschaftlicher Realitäten, die
maßgeblich geprägt durch den jeweiligen Lebensrahmen und vor allem die eigene
Sozialisation höchst verschieden ausfallen kann.

Inhalt:
1 Wiesbaden - eine sozial gespaltene Stadt ?!
1.1 Soziale Segregation und ihre Folgen
1.2 Schulentwicklung vor 1986 und danach
1.3 Exkurs: WI im Vergleich der Rhein-Main-Städte
2 Soziale Unterschiede und ihre Wahrnehmung in der Schule
2.1 Anlage der Schülerbefragung
2.2 Ausgewählte Ergebnisse
2.3 Exkurs: Die IGS der II.Generation – Neustart einer Idee!
3 Folgerungen und Perspektiven
3.1 Aktuelle Schulstruktur verstärkt soziale Ungleichheit
3.2 Notwendige Antworten und erste Schritte
3.3 Fazit: Endlich die Reform vollenden – nach 100 Jahren!
4 Nachtrag: Inklusion – erneut wird eine Chance vertan !

HE: Soziale Ungleichheit und schulische Perspektiven

Infos zu Bildungsstandards - Unterrichts- und Schulentwicklung - Lernstandserhebungen - etc.

Schulformbezogene (kooperative) Gesamtschule (§ 26 HSchG)

In der schulformbezogenen Gesamtschule sind die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium pädagogisch und organisatorisch in einer Schule verbunden. Sie kann in den Jahrgangsstufen 5 und 6 mit der Förderstufe beginnen. Auf Beschluss der Schulkonferenz kann die Förderstufe durch eine schulformbezogene Organisation der Jahrgangsstufen 5 und 6 ersetzt oder ergänzt werden.

Gesamtschulen in Hessen - Entstehungsgeschichte

Die Geschichte der Gesamtschulen reicht in Hessen bis in die Nachkriegszeit zurück, als die Besatzungsmächte die Umgestaltung des Schulwesens forderten. Auf Wunsch und mit Unterstützung des amerikanischen Landeskommissars für Hessen entstand aus Planungen seit 1949 im Jahr 1954 die „Gemeinschaftsschule“ Schuldorf Bergstraße mit allen Schulstufen und Schulformen vom Kindergarten bis zur gymnasialen und beruflichen Oberstufe und seit 1955 der ersten Förderstufe in Hessen.

Der Landesvorstand der GGG Hessen, Jan. 2003

Grundsatz - Positionen der GGG Hessen

Gesellschaftliche Veränderungen bedingen Veränderungen in den Lernverhältnissen

Dass Familie, Sozialität, Beziehung und Konflikt zu den Grundthemen schulischer Erziehung gehören müssen, kann man aus allen jungen Papieren der Gattung Bildung 2000 wieder erfahren. Die Auflösung von Gesellschaft unter den Zwängen kurzfristig kalkulierender Kommerzialisierung ist eine aktuelle Gefahrenperspektive geworden. Teilhabe aller an der Regelung ihrer Angelegenheiten - niemand dachte 1973 dabei an die digitale Kluft zwischen den InternetbenutzerInnen und den digitalen Analphabeten oder an ein Wahlrecht, das von der Aussichtslosigkeit der ökonomischen Situation der Wahlberechtigten dementiert wird - und deswegen vielfach nicht mehr genutzt.

Entstehungsbedingungen

Der Begriff „Gesamtschule" wurde in Hessen zum ersten Mal 1956 für die Gesamtschule Kirchhain verwendet. Bundesweit populär wurde er durch das Vorhaben des Berliner Schulsenators Carl-Heinz Evers Anfang der sechziger Jahre, drei Gesamtschulen als Modellschulen einzurichten, das ab 1964 nach der „Berliner Erklärung" der Kultusministerkonferenz über den Reformbedarf des deutschen Schulwesens aus Anlass ihrer 100. Sitzung seinen entscheidenden Rückhalt bekam.

(Schulpflicht: 10 Jahre)

In der Primarstufe besuchen alle Kinder 4 Jahre eine Grundschule
(gemeinsames Lernen / regional existieren einige 6-jährige Grundschulen).

Schulformen in der Sekundarstufe I

Schulformen in der Sekundarstufe II
Weiterführende Schulen nach Beendigung der Schulpflicht

Frank Hilbig und Hans-Peter Kirsten-Schmidt „… es hat sich gelohnt“

Das Projekt Die Zukunft gehört den Neuen ist eine der Antworten der GGG-Hessen auf den sich abzeichnenden Schulleiter/innen- Mangel in den nächsten Jahren. Völlig neu bei diesem Projektansatz ist die gemeinsame Fortbildung von Schulleiter/innen und Lehrer/innen, die sich auf den Weg in eine Schulleiter/in-Funktion machen. Alle Teilnehmer/ innen stellten bei sich große Lernfortschritte fest. Die Lehrer/innen führten für sich ausnahmslos die Klärung der Frage herbei, ob sie auf eine Schulleiter/innen-Rolle hinarbeiten wollen.

Das Fortbildungsprojekt

Dem drohenden Mangel kann unter anderem dadurch begegnet werden, dass einerseits erfahrene Schulleiter/innen motiviert werden, ihre „besten“ Kolleg/innen zu ermuntern und auf deren Entwicklungsweg zu begleiten und andererseits, diese Kolleg/innen in ihrem Entscheidungsprozess zu unterstützen. Diese Fortbildungsreihe, die als Pilotprojekt für die GGG durch den LV Hessen konzipiert und von Januar 2010 bis Mai 2011 durchgeführt wurde, berücksichtigt in besonderem Maße die Aspekte: IGS-Spezifika, Vernetzung der Schulleiter/innen und für die Kolleg/innen, ein Höchstmaß an Reflexion über die eigene Rolle, die eigenen Ziele und das eigene Verhalten.

Die „E/G-Tagung“ der hessischen Integrierten Gesamtschulen gab sich im Herbst 2013 einen neuen Namen und eine neue Ausrichtung. Nicht länger sollte das nun neue „Forum IGS“ eine Zusammenkunft mit Fortbildungscharakter sein. Die Integrierten Gesamtschulen Hessens hatten den Wunsch nach einem Ort, an dem sie aktiv selbst über das nachdenken, was sie ausmacht und von anderen Schulformen unterscheidet.

So ist das Forum IGS nun als `think tank´ angelegt.

Einmal in jedem Schulhalbjahr treffen sich die Forumsmitglieder für einen Tag. Jede teilnehmende Schule entsendet ein Kollegiumsmitglied und ein Schulleitungsmitglied, möglichst konstant und möglichst immer die gleichen Personen.

Aus dem TeilnehmerInnen-Kreis heraus oder im Auftrag des Landesvorstands der GGG Hessen werden spezifische Themen erörtert und Positionspapiere erarbeitet. Sie dienen den Teilnehmerschulen als Orientierung: `So wollen wir sein – Dahin wollen wir uns entwickeln´

Unterstützung für die Realisierung vor Ort kann die Einzelschule von der jährlichen Frühjahrstagung der GGG Hessen erbitten (Kontakt: bietz(at)ggg-hessen.de). Oder sie wendet sich an die GGG Akademie.

Jede Schule des gemeinsamen längeren Lernens in Hessen ist herzlich eingeladen, im Forum IGS mitzuarbeiten.

Kontakt: walbroehl(at)ggg-hessen.de

HE: Ergebnisse des Forums IGS zum Thema 'Haltung'

Termine und Veranstaltungen des Arbeitskreises der Gesamtschuldirektoren

14.05.2013 Landesvorstandssitzung, 14.30 h, Gesamtschule Ebsdorfergrund

05.06.2013 Hauptversammlung, 13.00 h - 17.30 h, Gesamtschule Gießen-Ost
Diskussion mit den 5 bildungspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen

01.10/02.10.2013 Herbsttagung, Sportschule Frankfurt

Termine und Veranstaltungen des Arbeitskreises der Gesamtschuldirektoren

  • 07. August 2012 Landesvorstands-Sitzung des Arbeitskreises der Gesamtschuldirektoren in Espenau bei Kassel 13.00 h - 17.00 h
  • 01./02. Oktober 2012 Herbsttagung AK Gesamtschuldirektorinnen und -direktoren in Frankfurt, Sportschule

1. Tag: Vortrag und Workshops (best practice) zum Thema "Kollegiale Hospitation und schulinterne Inspektion an der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim" (Referent Henning Rosahl, Didaktischer Leiter); anschließend Abendprogramm
2. Tag: Staatsministerin N. Behr (angefragt)

40 Jahre Gesamtschulen in Hessen

mit einer Vorgeschichte von weiteren 20 Jahren seit der Landesgründung

Die Blaue Reihe der GGG Heft 58 im GGG-Shop

und weitere Broschüren der GGG sind auch über die Geschäftsstelle in Hessen zu beziehen.