- eine menschengerechte inklusive Schule
- eine Schule der Chancengleichheit
- eine Schule für alle
- eine demokratische Schule

Um diese Ziele zu erreichen setzen wir uns ein für eine Bildungspolitik, die den Übergang von einem gegliederten zu einem integrierten und inklusiven Schulsystem konsequent verfolgt. Vor dem Hintergrund der aktuellen bildungspolitischen Situation in Schleswig-Holstein bedeutet dies für uns:

I. Die GGG Schleswig-Holstein unterstützt alle Bemühungen und Schritte, die eine Schule für alle zu befördern.

Mit Beginn des Schuljahres 2014/15 wurde in Schleswig-Holstein ein zweisäuliges Schulsystem im Bereich der allgemeinbildenden Schulen mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien eingerichtet.

In der Gemeinschaftsschule können neben der Versetzung in die Oberstufe die Abschlüsse der Sekundarstufe I in einem gemeinsamen Bildungsgang ohne Zuordnung zu unterschiedlichen Schularten erreicht werden. Den unterschiedlichen Leistungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler wird durch Unterricht in binnendifferenzierender Form entsprochen.

Ein solches System hätte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur einen Schule für alle werden können. Seit dem Regierungswechsel im Jahr 2017 wurde jedoch ein politischer Wandel vollzogen, mit dem aus einem System zweier gleichberechtigter Schulformen Schritt für Schritt wieder ein hierarchisch aufgebautes und selektiv orientiertes Schulsystem etabliert wird.

Falsch und rückwärtsgewandt sind u.a.

  • die Wiedereinführung der Grundschulgutachten beim Übergang auf eine weiterführende Schule. Die Kategorisierung von Menschen steht im Gegensatz zu einer inklusiven Schule, sie beschämt Menschen und wertet sie ab. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Prognostizität und Objektivität den vorhandenen Begabungen der Schülerinnen und Schüler zu oft nicht gerecht werden.
  • die Rückkehr des verordnungsrechtlichen Normalfalls von Zensurenzeugnissen gegenüber Berichtszeugnissen. Zensuren sind Folge und Instrumentarium einer selektiv und kategorisierenden Pädagogik. Umgang mit Heterogenität, unterstützendes und individuelles Lernen, so wie es die Gemeinschaftsschulen praktizieren, erfordern eine differenziertere Form der Leistungsrückmeldung.
  • die Absicht, das geschaffene gemeinsame Sekundarschullehramt für Gemeinschaftsschulen und Gymnasien zugunsten zweier schulartbezogenen Lehrämter aufzuheben. Würde die Änderung so umgesetzt, wäre dies fatal für die Gemeinschaftsschulen. Das Signal hieße, die Gymnasien sind für die gymnasiale Bildung zuständig und die Gemeinschaftsschulen für den Rest.

Neben der Rücknahme dieser Veränderungen fordern wir

  • dass beide Schulformen gleichberechtigt nebeneinander stehen,
  • dass die Entstehung von Brennpunktschulen verhindert wird und dort, wo solche Schulen entstanden sind, durch geeignete Unterstützungsmaßnahmen eine möglichst schnelle Überwindung herbeigeführt wird,
  • dass alle Gemeinschaftsschulen eine alle Begabungen berücksichtigende Heterogenität in Bezug auf die Zusammensetzung ihrer Schülerinnen und Schüler aufweisen,
  • dass alle Schulen einmal aufgenommene Schülerinnen und Schüler zu einem Schulabschluss führen (Abschulungsverbot),
  • dass möglichst viele Gemeinschaftsschulen eine eigene Oberstufe erhalten bzw. dort, wo dies nicht möglich ist, allen Jugendlichen ein gleichberechtigter Übergang in eine Oberstufe ermöglicht wird,
  • dass Gemeinschaftsschulen als gut ausgestattete, gebundene Ganztagsschulen angeboten werden,
  • dass die Schulen ihren Aufgaben entsprechend ausgestattet und
  • dass die von den Schulen zu leistenden Aufgaben auf alle Schulen gleichmäßig verteilt werden.

II. Die GGG Schleswig-Holstein unterstützt bestehende Schulen bei ihrer Weiterentwicklung als Gemeinschaftsschule.

Insbesondere bedeutet dies, dass wir die neu entstandenen Gemeinschaftsschulen auf ihrem Weg beraten. Darüber hinaus vermitteln wir für diese Schulen Fortbildungsangebote und Hospitationsmöglichkeiten.

III. Die GGG Schleswig-Holstein vertritt die Interessen der Gemeinschaftsschulen für alle in der Öffentlichkeit.

Die Berechtigung ergibt sich für uns aus einem relativ hohen Organisationsgrad von Gemeinschaftsschulen in unserem Verband. Wir sind bemüht, weitere Schulen als Mitglieder zu gewinnen.

Durch Abgabe von Presseerklärungen zu aktuellen bildungspolitischen Diskussionen, Herausgabe eines Newsletters und Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen unterstützen wir die Meinungsbildung im Sinne der Verbandsziele der GGG.

IV. Die GGG Schleswig-Holstein macht die an Schule Beteiligten mit Theorie und Praxis der Schule für alle vertraut und trägt zur Professionalisierung von Lehrkräften und anderen pädagogisch Tätigen u.a. durch eigene Aktivitäten, Veranstaltungen und Fortbildungen bei.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) beteiligen wir uns an der Vorbereitung und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für Schulleiterinnen und Schulleiter an Gemeinschaftsschulen. Außerdem führen wir in regelmäßigen Abständen Elterntage für Eltern an Gemeinschaftsschulen durch. Für das Jahr 2019 ist erstmals in Zusammenarbeit mit der GEW ein Fortbildungstag für Lehrkräfte geplant.

V. Die GGG Schleswig-Holstein arbeitet zusammen mit Parlamenten, Regierungen, Verwaltungen, Schulträgern, Parteien, Verbänden, Gewerkschaften und Initiativen, begleitet sie bei Gründung, Aufbau und Organisation von Schulen für alle.

  • Eine besonders intensive Zusammenarbeit besteht mit dem Landeselternbeirat an Gemeinschaftsschulen. So nimmt der Vorsitzende des Landeselternbeirates regelmäßig an den Sitzungen des Landesvorstandes teil. Außerdem werden die oben angesprochenen Elterntage gemeinsam organisiert.
  • Die GGG ist in die Anhörungen zu Gesetzen und Verordnungen, die den Schulbereich betreffen, einbezogen.