Zwar ist es eine durchaus provokante These, doch immer wieder zeigt sich, dass vor allem an Gesamtschulen einschneidende Maßnahmen vorgenommen werden. So wurden im vergangenen Jahr angesparte Gelder für größere Anschaffungen größtenteils gestrichen.
Zur aktuellen Situation: In einem Schreiben des Kultusministeriums vor Weih-nachten wurden die Gesamtschulen gefragt, ob und wenn ja, in welchen Jahrgängen binnendifferenziert unterrichtet wird. Vor einigen Jahren wurde mit der Binnendifferenzierung der Klassenteiler von 27 auf 25 gesenkt und es wurden zusätzlichen Stunden zugestanden. Diese Stunden werden zum kommenden Schuljahr gestrichen, was bei einer vierzügigen Schule etwa 1,5 Stellen aus-macht. Es wird argumentiert, das sei nur eine Anpassung (bisher vergessen worden???), Schulen mit äußerer Fachleistungsdifferenzierung erhalten diese Stunden weiterhin.
Die IGSen arbeiten binnendifferenziert und kompetenzorientiert und nutzen die Stunden für individualisierende und differenzierte Maßnahmen vor allem in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Die Schulen haben Konzepte erarbeitet, die sie nun anpassen müssen. Für die Kürze der Zeit eine nicht zu leisten-de Aufgabe, wenn u.a. alle Gremien beteiligt werden.
Hier drängt sich die Frage auf, ob der heutige Finanzminister, selbst ehemaliger Kultusminister, seine Kenntnisse darüber nutzt, wo sich besonders „effizient“ sparen lässt.
Abbau der Inklusion in Frankfurt?
Während des Kommunal-Wahlkampfes verkündet der Schulträger der Stadt Frankfurt den Bau einer neuen Förderschule (FAZ vom 21.1. „Warum Frankfurt nicht mehr nur auf Inklusion setzt“). Es gebe nicht genügend Platz an den bestehenden Förderschulen, mehr als 10 Klassen seien bereits an Grundschulen ausgelagert. Der Wunsch der Eltern sei hier maßgebend. Auch wenn es bis zum Bau und der Eröffnung noch Jahre dauern wird, ist dieser empörende Plan gefasst worden.
Denn es gibt genügend Beispiele, wo Inklusion an Gesamtschulen gelungen ist.
Ingrid Burow-Hilbig (Sprecherin des Landesvorstandes der GGG Hessen)