Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule – Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.

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Landesverband Bremen

Abschlusserklärung zum Fachtag „Gemeinschaftsschule“ der GEW in Bremen

Abschlusserklärung der Teilnehmenden

Beim Fachtag „Gemeinschaftsschule“ am Freitag, den 6. März 2026 auf dem Kaisen-Campus haben wir Beispiele von Praxisschulen einschließlich ihrer wissenschaftlichen Bewertung vorgestellt bekommen.

Von den Primus-Schulen in NRW hören wir (aus dem Abschlussbericht):
Die Schüler:innen in den PRIMUS-Schulen haben erfolgreiche Bildungsverläufe absolviert.
Die Schüler:innen machen in ihren Erzählungen deutlich, dass die Erfahrung von Leistungsfähigkeit in verlässliche und langjährige Beziehungen mit Mitschüler:innen und Lehrer:innen eingebettet ist.
Die Erfahrungen der Schüler:innen legen es um ein weiteres nahe, die frühe Trennung nach der vierten Klasse grundsätzlich in Frage zu stellen. Damit bestätigen die Schüler:innen, dass die Kernidee des Schulversuchs, Bildungsbiografien ohne institutionelle Übergänge nicht nur schulstrukturell zu ermöglichen, sondern auch pädagogisch zu gestalten, eine gute Idee war.

Von den Gemeinschaftsschulen in Berlin hören wir (aus dem Abschlussbericht):
Zusammengenommen enthalten die hier berichteten Ergebnisse beider Längsschnitterhebungen deutliche Hinweise darauf, dass sich das pädagogische und schulorganisatorische Rahmenkonzept des längeren gemeinsamen Lernens mit einem Schwerpunkt auf der schülerbezogenen Lern- und Förderplanung als tragfähig erweist.
Hervorzuheben ist, dass Schüler:innen mit unterschiedlichen Ausgangslagen und Hintergrundmerkmalen zu vergleichbaren Lernfortschritten kommen und gleichzeitig das Gesamtniveau deutlich gesteigert werden konnte. Ebenso ist zu betonen, dass die vorgestellten Ergebnisse keinerlei Hinweise auf negative Auswirkungen des „inklusiven Lernens“ enthalten, vielmehr erkennen lassen, dass die sonderpädagogische Expertise der Weiterentwicklung der schülerbezogenen Lern- und Förderplanung dienlich sein kann.

Fazit:
Es gibt in Deutschland (wie in Europa) genügend Praxisbespiele mit wissenschaftlicher Begleitung und Bewertung, die die Gemeinschaftsschule als Erfolgsmodell beschreiben.
Daher formuliert der Fachtag „Gemeinschaftsschule“ die Erwartung an die Vertreter:innen der Bremer Politik:

  • Zwei Jahrzehnte Bremer Konsens mit einem gegliederten Schulsystem sind genug. Das zwei Säulenmodel ist auf Grund der Aufrechterhaltung der Gymnasien und der damit einhergehenden Diskriminierung gescheitert. Größere Chancen auf Bildungsgerechtigkeit wird nicht durch Selektion nach Klasse 4 erreicht. Die Gesamtstruktur der Bremer Bildungslandschaft ist so zu gestalten, dass der Besuch der Gemeinschaftsschule nach der 10. Klasse entsprechend des erreichten Schulabschlusses Wege in die berufliche Bildung oder des Abiturs ermöglicht. Alle Schüler:innen setzen sich im Verlauf der SEK I mit ihren Berufs- und Studienwünschen auseinander, um ein passendes Bildungsangebot der SEK II anwählen zu können.
  • Macht die „Gemeinschaftsschule von Klasse 1-10 für Alle“ zum Ziel bremischer Schulentwicklung. Alle Schüler:innen Bremens besuchen gemeinsam eine inklusive Gemeinschaftsschule in ihrem Stadtteil.

Szenarien einer Umsetzung:

  • Eine entsprechende Novellierung des Bremer Schulgesetzes (ähnlich der Novellierung von 2009, die aus vier Säulen noch zwei etabliert hat)
  • Wenn eine flächendeckende Reform in einem Guss als schwer realisierbar angesehen wird, dann sollen ersatzweise ein Stufenmodel (wie in Berlin) oder Pilotschulen (wie in NRW) auf den Weg gebracht werden.

 

Siehe auch GEW Bremen, Broschüre: „Gemeinschaftsschule 1 bis 10 für Alle“ Fragen und Antworten zur schulpolitischen Initiative 2028, Bremen 2025