Die GGG LV Niedersachsen unterstützt die Stellungnahme der Landesfachmoderator*innen Gesellschaftslehre:
Die Qualität schulischer Bildung hängt in hohem Maße von der professionellen Vorbereitung angehender Lehrkräfte auf die konkrete schulische Praxis ab. Vor diesem Hintergrund möchten wir als Fachmoderation für Gesellschaftslehre in Niedersachsen mit Nachdruck auf die Notwendigkeit hinweisen, das Fach Gesellschaftslehre verbindlich als Modul in der zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung zu verankern.
Gesellschaftslehre stellt insbesondere an Gesamtschulen ein zentrales integratives Unterrichtsfach dar, das Inhalte und Perspektiven der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen miteinander verbindet. Zugleich ist davon auszugehen, dass Lehramtsanwärterinnen und -anwärter des gymnasialen Lehramts im Rahmen ihrer Ausbildung sowie in ihrer späteren beruflichen Praxis egelmäßig auch an Gesamtschulen eingesetzt werden. Eine systematische Vorbereitung auf die spezifischen Anforderungen des integrativen Unterrichtsfaches Gesellschaftslehre ist daher unerlässlich, um eine hohe Unterrichtsqualität sicherzustellen und den fachlichen sowie didaktischen Ansprüchen dieses Faches gerecht zu werden.
Die Implementierung eines entsprechenden Moduls in der zweiten Ausbildungsphase würde angehenden Lehrkräften die Möglichkeit eröffnen, sich gezielt mit den curricularen Strukturen, den didaktischen Prinzipien sowie den integrativen Zugängen des Faches auseinanderzusetzen. Damit würde eine wichtige Grundlage für professionelles Handeln im Unterricht geschaffen und zugleich ein Beitrag zur Qualitätssicherung im gesellschaftswissenschaftlichen Lernbereich geleistet.
Darüber hinaus kommt dem Fach Gesellschaftslehre eine besondere Bedeutung für zentrale Bildungsanliegen der Schule zu. Durch seinen interdisziplinären Zugang bietet es in besonderer Weise Raum für die Auseinandersetzung mit Fragen der Demokratiebildung, der politischen Urteilsfähigkeit sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen ist es von hoher bildungspolitischer Relevanz, Schülerinnen und Schülern fundierte Orientierungs- und Handlungskompetenzen in diesen Bereichen
zu vermitteln. Dies setzt jedoch voraus, dass Lehrkräfte entsprechend qualifiziert und auf die integrative Vermittlung dieser Themen vorbereitet sind.
Ein verpflichtendes Modul „Gesellschaftslehre“ für alle Lehramtsanwärterinnen und -anwärter aus dem Bereich der Gesellschaftswissenschaften würde daher nicht nur zur Verbesserung der Unterrichtsqualität beitragen, sondern auch eine wichtige strukturelle Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung zentraler Bildungsziele schaffen. Es liegt somit im Interesse der Studienseminare, der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern, eine entsprechende Qualifizierung verbindlich in der zweiten Ausbildungsphase zu verankern.
Wir möchten daher eindringlich dafür werben, die Implementierung eines solchen Moduls zeitnah zu prüfen und umzusetzen. Eine systematische Vorbereitung angehender Lehrkräfte auf den Unterricht im Fach Gesellschaftslehre ist ein wesentlicher Schritt, um die Qualität gesellschaftswissenschaftlicher Bildung nachhaltig zu stärken und den Anforderungen schulischer Praxis gerecht zu werden.
Gunther Graf
Benjamin Viering
Lena Blanke