Der Gemeinschaftsschulverband begrüßt die Schaffung von über 200 Lehrerstellen in den weiterführenden Schulen. Insbesondere freuen wir uns, dass die enormen Leistungen der Gemeinschaftsschulen in diesem Paket besonders berücksichtigt wurden. Eine tatsächliche Unterrichtsversorgung von 103 Prozent an den Gemeinschaftsschulen, die keine Oberstufe haben, wäre ein gigantischer Schritt nach vorn.
Wir erkennen in dieser Maßnahme auch eine Reaktion auf die zahllosen Appelle der GGG, die Gemeinschaftsschulen in ihrer Arbeit stärker zu unterstützen. Dafür bedanken wir uns.
Gleichzeitig müssen wir allerdings darauf hinweisen, dass Stellen noch keine Lehrkräfte sind. Die geschaffenen Stellen müssen jetzt auch mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden. Dazu müssen mehr Lehrkräfte auch an Schulen ohne Oberstufe ausgebildet werden können. Zurzeit ist das nur für Lehrkräfte des Lehramtes Gemeinschaftsschulen / Sek I reibungslos möglich. Es werden aber doppelt so viele gymnasiale Lehrkräfte ausgebildet. Für sie muss die Ausbildung an Schulen ohne Oberstufe noch erleichtert werden. Schon vor drei Jahren waren zu diesem Zweck niedrigschwellige Maßnahmen in Aussicht gestellt worden, die Oberstufenqualifikation nachträglich zu erwerben. Diese Maßnahmen könnten jetzt noch in die Endfassung des Lehrkräftebildungsgesetz eingearbeitet werden.
Trotz dieses Einwurfs: Diese Stellen sind ein bedeutender Anreiz, Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen zu bringen. Sie sind darum eine wichtige Maßnahme, um allen Schülerinnen und Schülern zu einem Schulabschluss zu verhelfen und ein Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit.
Johann Knigge-Blietschau, Co-Vorsitzender des Gemeinschaftsschulverbands, 19.02.2026