Eine Schule für alle – Argument 042

Hans-Werner Sinn (2006) „Das dreigliedrige Schulsystem, mit dem wir weltweit nahezu allein stehen, passt nicht mehr in die heutige Zeit. Es reflektiert die Drei-Klassen-Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. … Deutschland selektiert seine Schüler für die drei Schulformen bereits im Alter von zehn Jahren, während praktisch alle anderen Länder sie über die Pubertät hinaus, also bis zum […]
Eine Schule für alle – Argument 041

Johann Amos Comenius (1592 – 1670) „Alles soll wo immer möglich den Sinnen vorgeführt werden, was sichtbar dem Gesicht, was hörbar dem Gehör, was riechbar dem Geruch, was schmeckbar dem Geschmack, was fühlbar dem Tastsinn. Und wenn etwas durch verschiedene Sinne aufgenommen werden kann, soll es den verschiedenen zugleich vorgesetzt werden. Und weil die Sinne […]
Eine Schule für alle – Argument 040

Klaus Hurrelmann (2010) „Unsere verschiedenen Schulformen sind wie Boxen, in die Kinder sortiert werden, weil noch immer der Glaube herrscht, in homogenen Gruppen lerne es sich am besten. Diesen Irrglauben müssen wir überwinden. Künftig muss die Schule sich auf die Schüler einstellen, die zu ihr kommen, nicht umgekehrt. Es muss erkannt werden, dass Kinder in […]
Eine Schule für alle – Argument 039

Klaus Hurrelmann (2010) Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Entscheidung über den angestrebten Abschluss? „Idealerweise nie. Als Vision habe ich eine Schule, die den Kindern die gesamte Schulzeit lang alle Optionen offen hält. … Jeder Schüler würde so lange gefördert, bis er den für ihn maximal möglichen Abschluss erreicht hat.“(Klaus Hurrelmann. Sozial- und Bildungswissenschaftler, […]
Eine Schule für alle – Argument 038

Klaus Klemm (2018) „Ich halte die gemeinsame Erziehung der Kinder zumindest bis zum Ende der Schulpflichtzeit nach wie vor für sinnvoll.“(Klaus Klemm. Bildungsforscher, im nd 21. 11. 2018)
Eine Schule für alle – Argument 037

Holger Börner „Die Gesamtschule ist die beste Schulform für die Zukunft. Sie ist die Antwort auf die Erfordernisse der Industriegesellschaft am Ende des 20. Jahrhunderts.“(Holger Börner, Hess. Ministerpräsident 1976-87)
Eine Schule für alle – Argument 036

Marianne Demmer (2016) „Das Festhalten an früher Sortierung, Begabungsillusion und Ausleseprinzip hat die Schulpolitik in den letzten Jahren vor die eigentlich unlösbare Aufgabe gestellt, ein inklusives Schulwesen in einem selektiven System zu verwirklichen.“(Marianne Demmer, langjähriges Mitglied im GEW-Bundesvorstand, in Gerechtigkeit fängt bei der Bildung an, Friedrich-Ebert-Stiftung 2016)
Eine Schule für alle – Argument 035

Edelgard Bulmahn (2016) „In keinem anderen Land erfolgt die Verteilung der Kinder auf die unterschiedlichen Schulzweige so früh wie in Deutschland. … Im gegliederten Schulsystem findet Durchlässigkeit vorwiegend nach unten statt. Insbesondere Kinder aus bildungsarmen Familien und Migrantenkinder sind in diesem starr gegliederten Schulsystem stark benachteiligt. Um Chancengleichheit herzustellen, gilt es, das System der frühen […]
Eine Schule für alle – Argument 034

Europäische Kommission (2010) „Die Mitgliedsstaaten sollten in ihren Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung keine allzu frühe Aufteilung der Schüler (Differenzierung) vorsehen, da dies nachweislich die Wirkung der sozioökonomischen Herkunft auf den Bildungserfolg verstärkt und langfristig zu keiner Effizienzsteigerung führt.“ (Die vorige Fassung wurde auf Druck von Deutschland und Österreich abgeschwächt.)
Eine Schule für alle – Argument 033

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2010) „Neben einer Stärkung der frühkindlichen Bildung hat sich in der empirischen Forschung auch ein längeres gemeinsames Lernen als ein wichtiger Bestimmungsfaktor der Abhängigkeit der Bildungsleistungen vom familiären Hintergrund erwiesen. … Durch ein längeres gemeinsames Lernen könnte dies verringert werden, ohne dass darunter das Leistungsniveau oder die Spitzenleistungen leiden müssten.“(Gutachten […]
Eine Schule für alle – Argument 032

Andreas Schleicher (2007) „Vor allem aber muss das dreigliedrige deutsche Schulsystem – Hauptschule, Realschule, Gymnasium – noch strenger auf seine Tauglichkeit hin geprüft werden. Solange Kinder nach unten durchgereicht werden können, wenn sie in der Schule versagen, fehlt es an Anreizen, sie zu fördern.“(Financial Times Deutschland, Leitartikel 2007)
Eine Schule für alle – Argument 031

OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland (2008) „Zu Verbesserung der Bildungsergebnisse und Verringerung des starken Effekts, den der sozioökonomische und /oder Migrationshintergrund … ausübt, sollten die zuständigen Behörden die Teilnahme an der Vorschulerziehung ausdehnen, die Unterrichtsqualität verbessern und den Grad der Gliederung des Bildungssystems reduzieren.“
Eine Schule für alle – Argument 030

Ludger Wößmann (2007) „In der heutigen globalisierten Wirtschaft ist es volkswirtschaftlich von entscheidender Bedeutung, das Bildungspotential der gesamten Bevölkerung zu nutzen. Die frühe Aufgliederung in Deutschland ist dafür ein Hindernis.“(ifo-Institut)
Eine Schule für alle – Argument 029

Detlef Müller-Böling (2007) „Das dreigliedrige System ist im Kern ungerecht. Je früher sich Bildungskarrieren entscheiden, desto stärker fallen sozialer Status und familiärer Hintergrund ins Gewicht.“(D. Müller-Böling, Leiter des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) in der Wirtschaftswoche)
Eine Schule für alle – Argument 028

Hans-Werner Sinn (2005) „Der Weg ist falsch, auf dem Deutschland bislang versucht hat, Gleichheit und Gerechtigkeit im Inneren zu erzielen. Weil wir durch unser Schulsystem die Chancengleichheit mit den Füßen treten, brauchen wir einen exzessiven Sozialstaat, um das Mindestmaß an Gleichheit wenigstens im Nachhinein sicherzustellen.“(H.-W. Sinn, Leiter ifo-Institut)
Eine Schule für alle – Argument 027

ifo-Institut (2005) „Das mehrgliedrige Schulsystem wird oftmals mit angeblichen positiven Niveaueffekten, insbesondere für leistungsstarke Schüler, verteidigt. Die vorgelegten Befunde legen aber nahe, dass eine frühe Selektion der Schüler in verschiedene Schultypen nicht nur die Chancenungleichheit erhöht, sondern auch das gesamte Leistungsniveau sogar eher senkt als erhöht.“(ifo Working Paper)
Eine Schule für alle – Argument 026

Jürgen Hogeforster (2005) „Unser System verspricht Förderung durch Selektion. Ich glaube, Selektion bewirkt das Gegenteil. Wenn wir Schüler zusammen lassen, wenn sie mehr voneinander lernen und wir uns um Schwierigkeiten kümmern, ermöglichen wir mehr Selbstständigkeit und Zusammenarbeit. Darauf kommt es in Zukunft im Beruf an.“(J. Hogeforster, ehem. Chef der Hamburger Handwerkskammer)
Eine Schule für alle – Argument 025

McKinsey (2003) „Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den Bildungserfolg ist die späte institutionelle Differenzierung in Schultypen. Gerade hier hat Deutschland im Ländervergleich den größten Nachholbedarf.“(01. 08. 2003)
Eine Schule für alle – Argument 024

Dieter Dornbusch (2007) „Wir müssen darauf Einfluss nehmen, dass das hoch selektive, gegliederte Schulsystem behutsam und mit Augenmaß in ein international wettbewerbsfähiges System überführt wird, das jedes Kind individuell fördert und fordert.“(D. Dornbusch, Vorsitzender des Bundeselternrates 2007)
Eine Schule für alle – Argument 023

Wolfgang Edelstein „Das Schulsystem ist in seinen Strukturen, Funktionen und Prozessen undemokratisch und sogar demokratiewidrig. … Faktisch trägt das gegliederte Schulsystem zur Vererbung von Bildungsarmut bei.“
Eine Schule für alle – Argument 022

Gerhard Wegner (2006) „Das in Deutschland bestehende Bildungssystem ist der verlängerte Arm der alten Ständegesellschaft.“(Dir. des soz.-wiss. instituts der ev. Kirche in Deutschland, 9. 9. 2006)
Eine Schule für alle – Argument 021

Lothar Späth (2006), CDU „Gefragt sind massive strukturelle Änderungen: Weg von einem Bildungssystem, das zu stark darauf ausgerichtet ist, überdurchschnittliche Schüler von unterdurchschnittlichen zu trennen, hin zu einem System, das individuelle Schwächen ausgleicht und Talente fördert. Dies lässt sich weder durch das althergebrachte Drei-Klassen-System noch durch eine überwiegende Beibehaltung des herkömmlichen Frontalunterrichts gewährleisten.“(Handelsblatt 22. 2. […]
Eine Schule für alle – Argument 020

Wolfgang Huber (2006) „Solange unser Schulsystem um einer angestrebten Homogenität willen wie eine Kombination von Hackbrett und Presse funktioniert, das unten abschneidet und oben deckelt, werden viele Kinder und Jugendlichen zum bloßen Rest. … Die Abgeschnittenen werden zur gesellschaftlichen Restverwertung vorzugsweise in Restschulen komprimiert. Wer sich als Christ taub stellt, wenn die Ungerechtigkeit zum Himmel […]