Baden-Württemberg wählt am 8. März 2026 einen neuen Landtag.
Neben vielen anderen Themen wird dabei auch die künftige Entwicklung der Bildungspolitik verhandelt, nicht zuletzt die Frage nach einer Schule für alle.
Gemeinsames Lernen kam lange nur in den drei Gesamtschulen in Heidelberg, Mannheim und Freiburg vor, die allesamt in den 70er-Jahren gegründet wurden. Zum Schuljahr 2012/13 kamen dann flächendeckend über 300 Gemeinschaftsschulen dazu. Der Regierungseintritt der CDU 2016 verwischte das eindeutige Bekenntnis zum längeren gemeinsamen Lernen allerdings wieder.
Während die AfD am dreigliedrigen Schulsystem festhält und eine Bildungspflicht statt Schulpflicht vorschlägt, unterstützt die FDP das dreigliedrige Schulsystem mit verbindlicher Grundschulempfehlung ebenso wie die CDU, die immerhin den Erhalt der Gemeinschaftsschulen nicht in Frage stellt. Die SPD verfolgt das Ziel des 2-Säulen-Modells. Bei Grünen, Linken und Volt schließlich gibt es ein klares Bekenntnis zum längeren gemeinsamen Lernen an Gemeinschaftsschulen, wobei die Grünen flächendeckend Gemeinschaftsschulen mit einer Oberstufe ausstatten möchten. Somit ist das längere gemeinsame Lernen zwar bei einigen Parteien ein wichtiges Thema, aber eben noch kein parteiübergreifender Konsens.
Auch in der Bevölkerung scheint unser Ziel des längeren gemeinsamen Lernens noch nicht in der Fläche zu verfangen, und die drei Gesamtschulen kommen in den Wahlprogrammen erst gar nicht vor, obwohl sie jeweils vor Ort ein wichtiger Teil der Schullandschaft sind.
Wenn sich die momentanen Umfragewerte bewahrheiten, wird es wohl weiter bei der uneindeutigen Haltung zum längeren gemeinsamen Lernen bleiben.
Marie Luisa Donhuijsen
(GGG-Landesbeauftragte Baden-Württemberg)