Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule – Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule – Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.

Landesverband Nordrhein-Westfalen
Landesverband
Nordrhein-Westfalen

 

ISA 2026-3

Inhaltsverzeichnis


Aktuelle Bildungspolitik

Andreas Tempel: Daten nutzen, nicht kontrollieren Zum Artikel
Michael Schulte: Von Hamburg lernen – aber richtig Zum Artikel
Michael Schulte: „Klerus minor“ bei der Besoldung Zum Artikel
Daniela Schneckenburger: Schulfinanzierung neu denken Zum Artikel

Aus unseren Schulen

Andreas Niessen: Lehrkräftebildung mitten in der Schule Zum Artikel
Andreea Jessen: HanseLinks verbindet Europa Zum Artikel
Daniel Jürgens & Jan Martin: Sport neu denken Zum Artikel
Torsten Habbel & Christian Schroll: ZACK in die Zukunft Zum Artikel

Rezension

Martina Zilla Seifert: Gemeinsam statt getrennt lernen Zum Artikel


Andreas Tempel: Daten nutzen, nicht kontrollieren

Andreas Tempel nimmt den GGG-NRW-Landeskongress zum Anlass, Chancen und Risiken datengestützter Schulentwicklung zu diskutieren. Daten können Probleme sichtbar machen und Entscheidungen verbessern, dürfen aber nicht zu einem Kontrollinstrument werden. Entscheidend sei, aus Erkenntnissen konkrete Unterstützung abzuleiten: mit Zeit für Kooperation, Fortbildung, multiprofessionellen Teams, kleineren Klassen und ausreichenden Ressourcen.

Michael Schulte: Von Hamburg lernen – aber richtig

Nach einer Bildungsreise nach Hamburg warnt Michael Schulte davor, einzelne Elemente des Hamburger Schulsystems isoliert auf NRW zu übertragen. Er verweist auf das Zwei-Säulen-Modell, kleinere Klassen, frühzeitige Förderung und eine deutlich stärkere sozialindizierte Ressourcenausstattung. Sein Fazit: Datengestützte Entwicklung könne nur wirken, wenn Schulstruktur, Förderung, Schulaufsicht und Ressourcen gemeinsam betrachtet werden.

Michael Schulte: „Klerus minor“ bei der Besoldung

Michael Schulte setzt sich kritisch mit dem geplanten zweiten Besoldungspaket der NRW-Landesregierung auseinander. Zwar sollen bestimmte Schul- und Fachleitungen besser bezahlt werden, nach seiner Darstellung bleiben jedoch alte Hierarchien zwischen Lehrämtern bestehen. Besonders kritisiert er, dass integrierte Schulen nicht berücksichtigt würden und Fachleitungen verschiedener Lehrämter trotz vergleichbarer Aufgaben weiterhin unterschiedlich behandelt werden.

Daniela Schneckenburger: Schulfinanzierung neu denken

Im Interview fordert Daniela Schneckenburger vom Deutschen Städtetag eine grundlegende Reform der Schulfinanzierung. Digitalisierung, Ganztag, Inklusion, Schulbau und Schulsozialarbeit hätten die Aufgaben der Kommunen stark erweitert, ohne dass die Finanzierung entsprechend angepasst worden sei. Statt immer neuer Förderprogramme brauche es eine verlässliche und auskömmliche Finanzarchitektur und eine zeitgemäße Neuordnung der Verantwortung von Land und Kommunen.


Andreas Niessen: Lehrkräftebildung mitten in der Schule

Andreas Niessen stellt das Praxissemester an der Helios Gesamtschule – Inklusive Universitätsschule Köln vor. Selbstgesteuertes Lernen, offene Lernlandschaften, Projektarbeit und multiprofessionelle Teams prägen die Schule. Eine Kooperation von Schule, Universität, Stadt und Bezirksregierung verbindet Schulentwicklung, Forschung und Lehrkräftebildung. Bis zu 60 Praxissemesterstudierende können pro Semester unmittelbar in diesen Strukturen mitarbeiten.

Andreea Jessen: HanseLinks verbindet Europa

Andreea Jessen berichtet über HanseLinks, ein Erasmus+-Projekt der Gesamtschule Emmerich. Inzwischen arbeiten 23 Schulen aus elf europäischen Ländern zusammen. Jugendliche schreiben mehrsprachige Geschichten, entwickeln gemeinsam Figuren und Handlungen und begegnen sich digital und persönlich. Dabei entstehen nicht nur Bücher, sondern auch interkulturelle Erfahrungen. Kreativität, Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und europäische Verständigung greifen ineinander.

Daniel Jürgens & Jan Martin: Sport neu denken

Daniel Jürgens und Jan Martin beschreiben, wie die Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule Rietberg ein neues Wahlpflichtfach Sport entwickelt hat. Es verbindet Bewegung mit Sportmedizin, Trainingslehre, Psychologie, Soziologie und Berufsorientierung. Theorie und Praxis werden konsequent verknüpft. Das Ministerium hat das Konzept genehmigt; auch andere Gesamtschulen in NRW können sich bei eigenen Anträgen auf das Rietberger Modell beziehen.

Torsten Habbel & Christian Schroll: ZACK in die Zukunft

Torsten Habbel und Christian Schroll stellen die ZACK-Kurse der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck-Billerbeck vor. Rund 350 Jugendliche der Jahrgänge 9 und 10 wählen aus etwa 20 Angeboten zu Berufsorientierung, Digitalisierung, Förderung, Gesundheit, Kreativität und sozialem Engagement. Die Kurse sind verbindlich, unbenotet und kooperativ angelegt. Praktische Erfahrungen, Verantwortung und Zusammenarbeit mit externen Partnern machen Berufsorientierung unmittelbar erfahrbar.


Martina Zilla Seifert: Gemeinsam statt getrennt lernen

Martina Zilla Seifert bespricht die Broschüre „Integriert unterrichten – Fortschritte feiern“. Sie würdigt deren Verbindung von Gesamtschulgeschichte, Bildungsforschung und konkreten Unterrichtsbeispielen, fragt aber nach der pädagogischen Idee hinter den dargestellten Formen. Einen Schlüssel sieht sie in „gemäßigter Individualisierung durch kooperatives Lernen“: Nicht nur Differenzierung, sondern gemeinsames Lernen, Verantwortung füreinander und demokratische Erfahrung rücken ins Zentrum.