Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule – Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.

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Landesverband Niedersachsen

Bildungsgerechtigkeit statt Ausgrenzung

Wie viel darf Herkunft über eine Zukunft entscheiden? Die AfD hat darauf eine klare Antwort – und die GGG Niedersachsen eine ebenso klare Gegenposition.

Die AfD will Schule so ordnen, wie sie die Gesellschaft ordnet: nach Herkunft, nach Zugehörigkeit, nach vermeintlicher Leistungsfähigkeit. Wer das für ein pädagogisches Detail hält, übersieht die Dimension dahinter: Hier entscheidet sich, ob Kinder als gleichwertig behandelt werden – oder nicht.

Konkret heißt das: frühe Aufteilung auf verschiedene Schulformen, Aussonderung statt Inklusion, ein enges Bild davon, wer „dazugehört“. Die GGG Niedersachsen steht für das Gegenteil: Verschiedenheit ist für uns normal – keine Hierarchie.

Chancen statt Auslese

Ob ein zehnjähriges Kind aufs Gymnasium, die Realschule oder die Hauptschule „sortiert“ wird, entscheidet oft weniger über seine Fähigkeiten als über sein Elternhaus. Studien zeigen seit Jahren: In kaum einem anderen Land hängt Bildungserfolg so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Genau deshalb ist frühe Selektion nicht neutral – sie schreibt Ungleichheit fort, statt sie auszugleichen.

Sortieren wir Kinder nach ihren Voraussetzungen – oder schaffen wir Bedingungen, unter denen sich jedes Kind entwickeln kann?

Die Gesamtschule sagt: Kinder lernen länger gemeinsam, mit individueller Förderung statt früher Festlegung. Nicht als pädagogisches Experiment, sondern weil es gerechter ist.

Das ist keine normale politische Auseinandersetzung

Vielleicht denkt man: Parteien streiten doch immer über Schulpolitik, was ist daran neu? Der Unterschied: Bei der AfD geht es nicht nur um Schulstrukturen, sondern um die Frage, wer in dieser Gesellschaft als gleichwertig gilt.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wirft der AfD unter anderem ein Volksverständnis vor, das Menschen nach ethnischer Herkunft einteilt, sowie fremden- und muslimfeindliche Positionen. In Niedersachsen beobachtet der Verfassungsschutz die Partei seit 2022. Im Juni 2026 bestätigte das Verwaltungsgericht Hannover in einem Eilverfahren: Es gibt hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass der Landesverband sich gegen unsere Verfassung richtet. Das ist keine parteipolitische Unterstellung, sondern eine gerichtlich bestätigte Einschätzung – auch wenn das Verfahren noch nicht endgültig entschieden ist.

Eine Partei mit diesem Menschenbild kann keine Schulpolitik machen, die Kindern gerecht wird. Wer Menschen nach Herkunft sortiert, wird das auch in der Schule tun.

Unsere Antwort

  • Wir sortieren Kinder nicht nach Herkunft.
  • Wir machen Unterschiede nicht zum Vorwand für Ausgrenzung.
  • Wir lassen nicht zu, dass die Postleitzahl über den Bildungsweg entscheidet.

Und wir wollen eine Schule, die fordert und fördert zugleich – die Unterschiede aushält, ohne Menschen abzuwerten.

Die AfD steht für Auslese und Abgrenzung. Wir stehen für Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit.

Die AfD denkt Schule vom Sortieren her. Wir denken Schule vom Menschen her.

Ob man selbst noch zur Schule geht, gerade eigene Kinder durch das System begleitet oder als Wählerin oder Wähler über die Zukunft von Bildung mitentscheidet: Diese Frage betrifft uns alle. Bildungsgerechtigkeit heißt: Jedes Kind hat das gleiche Recht auf Bildung – nicht nur die Kinder mit den „richtigen“ Voraussetzungen.

Ulla Pleye, Vorsitzende GGG Niedersachsen