Eine Schule für alle – Argument 032

Andreas Schleicher (2007) „Vor allem aber muss das dreigliedrige deutsche Schulsystem – Hauptschule, Realschule, Gymnasium – noch strenger auf seine Tauglichkeit hin geprüft werden. Solange Kinder nach unten durchgereicht werden können, wenn sie in der Schule versagen, fehlt es an Anreizen, sie zu fördern.“(Financial Times Deutschland, Leitartikel 2007)

Eine Schule für alle – Argument 031

OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland (2008) „Zu Verbesserung der Bildungsergebnisse und Verringerung des starken Effekts, den der sozioökonomische  und /oder Migrationshintergrund … ausübt, sollten die zuständigen Behörden die Teilnahme an der Vorschulerziehung ausdehnen, die Unterrichtsqualität verbessern und den Grad der Gliederung des Bildungssystems reduzieren.“

Eine Schule für alle – Argument 030

Ludger Wößmann (2007) „In der heutigen globalisierten Wirtschaft ist es volkswirtschaftlich von entscheidender Bedeutung, das Bildungspotential der gesamten Bevölkerung zu nutzen. Die frühe Aufgliederung in Deutschland ist dafür ein Hindernis.“(ifo-Institut)

Eine Schule für alle – Argument 029

Detlef Müller-Böling (2007) „Das dreigliedrige System ist im Kern ungerecht. Je früher sich Bildungskarrieren entscheiden, desto stärker fallen sozialer Status und familiärer Hintergrund ins Gewicht.“(D. Müller-Böling, Leiter des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) in der Wirtschaftswoche)

Eine Schule für alle – Argument 028

Hans-Werner Sinn (2005) „Der Weg ist falsch, auf dem Deutschland bislang versucht hat, Gleichheit und Gerechtigkeit im Inneren zu erzielen. Weil wir durch unser Schulsystem die Chancengleichheit mit den Füßen treten, brauchen wir einen exzessiven Sozialstaat, um das Mindestmaß an Gleichheit wenigstens im Nachhinein sicherzustellen.“(H.-W. Sinn, Leiter ifo-Institut)

Eine Schule für alle – Argument 027

ifo-Institut (2005) „Das mehrgliedrige Schulsystem wird oftmals mit angeblichen positiven Niveaueffekten, insbesondere für leistungsstarke Schüler, verteidigt. Die vorgelegten Befunde legen aber nahe, dass eine frühe Selektion der Schüler in verschiedene Schultypen nicht nur die Chancen­ungleichheit erhöht, sondern auch das gesamte Leistungsniveau sogar eher senkt als erhöht.“(ifo Working Paper)

Eine Schule für alle – Argument 026

Jürgen Hogeforster (2005) „Unser System verspricht Förderung durch Selektion. Ich glaube, Selektion bewirkt das Gegenteil. Wenn wir Schüler zusammen lassen, wenn sie mehr voneinander lernen und wir uns um Schwierigkeiten kümmern, ermöglichen wir mehr Selbstständigkeit und Zusammenarbeit. Darauf kommt es in Zukunft im Beruf an.“(J. Hogeforster, ehem. Chef der Hamburger Handwerkskammer)

Eine Schule für alle – Argument 025

McKinsey (2003) „Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den Bildungserfolg ist die späte institutionelle Differenzierung in Schultypen. Gerade hier hat Deutschland im Ländervergleich den größten Nachholbedarf.“(01. 08. 2003)

Eine Schule für alle – Argument 024

Dieter Dornbusch (2007) „Wir müssen darauf Einfluss nehmen, dass das hoch selektive, gegliederte Schulsystem behutsam und mit Augenmaß in ein international wettbewerbsfähiges System überführt wird, das jedes Kind individuell fördert und fordert.“(D. Dornbusch, Vorsitzender des Bundeselternrates 2007)

Eine Schule für alle – Argument 023

Wolfgang Edelstein „Das Schulsystem ist in seinen Strukturen, Funktionen und Prozessen undemokratisch und sogar demokratiewidrig. … Faktisch trägt das gegliederte Schulsystem zur Vererbung von Bildungsarmut bei.“

Eine Schule für alle – Argument 022

Gerhard Wegner (2006) „Das in Deutschland bestehende Bildungssystem ist der verlängerte Arm der alten Ständegesellschaft.“(Dir. des soz.-wiss. instituts der ev. Kirche in Deutschland, 9. 9. 2006)

Eine Schule für alle – Argument 021

Lothar Späth (2006), CDU „Gefragt sind massive strukturelle Änderungen: Weg von einem Bildungssystem, das zu stark darauf ausgerichtet ist, überdurchschnittliche Schüler von unterdurchschnittlichen zu trennen, hin zu einem System, das individuelle Schwächen ausgleicht und Talente fördert. Dies lässt sich weder durch das althergebrachte Drei-Klassen-System noch durch eine überwiegende Beibehaltung des herkömmlichen Frontalunterrichts gewährleisten.“(Handelsblatt 22. 2. […]

Eine Schule für alle – Argument 020

Wolfgang Huber (2006) „Solange unser Schulsystem um einer angestrebten Homogenität willen wie eine Kombination von Hackbrett und Presse funktioniert, das unten abschneidet und oben deckelt, werden viele Kinder und Jugendlichen zum bloßen Rest. … Die Abgeschnittenen werden zur gesellschaftlichen Restverwertung vorzugsweise in Restschulen komprimiert. Wer sich als Christ taub stellt, wenn die Ungerechtigkeit zum Himmel […]

Eine Schule für alle – Argument 018

Rita Süssmuth (2005), CDU „Wir haben in Deutschland ein ständisches Schulwesen. Die Hauptschule entspricht der früheren Volksschule fürs gemeine Volk. Die Realschule nimmt die Mittelschicht­kinder auf, das Gymnasium wendet sich an die Bildungs­oberklasse. So sieht … die heutige Schulstruktur aus. Und die reicht nicht mehr … Wir müssen jeden einzelnen Schüler voranbringen, weil wir jeden […]

Eine Schule für alle – Argument 017

Ole von Beust, CDU „Dieser alte bildungspolitische Ansatz, wonach es drei Grundtypen gibt – den handwerklich Begabten mit wenig Intellekt für die Hauptschule, den mäßig handwerklich Begabten mit mehr Intellekt, der auf die Realschule geht, und den wenig handwerklich begabten, aber dafür sehr intelligenten Schüler, der Abitur macht – diese Dreiteilung ist Ausdruck veralteten, ständischen […]

Eine Schule für alle – Argument 016

PISA – IGLU (2003): Naturwissenschaften „Offensichtlich stagniert der Zuwachs naturwissenschaftlicher Kompetenz bei deutschen Schülerinnen und Schülern von der Grundschulzeit zur Sekundarstufe I, während in einer Anzahl von Ländern über die ersten Sekundarstufenjahre ein relativ starker Zuwachs in den Naturwissenschaften stattfindet.“

Eine Schule für alle – Argument 015

PISA – IGLU (2003): Mathematik „Im Anschluss an die Grundschule gelingt es … offensichtlich nicht, das positive Leistungspotential der Grundschülerinnen und Grundschüler ausreichend weiter zu entwickeln.“

Eine Schule für alle – Argument 014

UN-Behinderten­rechtskonvention (2006), Art. 24, Abs. 2 (Auszug) „… stellen die Vertragsstaaten sicher, dass …d) Menschen mit Behinderungen innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung geleistet wird, um ihre wirksame Bildung zu ermöglichen; …“

Eine Schule für alle – Argument 013

UN-Behinderten­rechtskonvention (2006), Art. 24, Abs. 2 (Auszug) „… stellen die Vertragsstaaten sicher, dass …b) Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben; …“

Eine Schule für alle – Argument 012

Schulstruktur und Ranking – Bei nationalen Rankings betont man immer die Schulstruktur der Sieger.– Bei internatio­nalen Rankings bestreitet man vehement, dass dies an den Schulstrukturen liege.(Matthias von Saldern)

Eine Schule für alle – Argument 011

Reinhold Bernhard Jachmann  (1767 – 1843) „Hinweg mit den verschiedenartigen Schulen für Stände und Berufsgeschäfte, die in einem Volk den Geist der Zwietracht nähren! Hinweg mit den sogenannten gelehrten und ungelehrten Schulen, mit den Gymnasien, höhern und niedern Bürgerschulen und wie sonst ihr Name seyn mag! Es ist nur Eine Menschheit! Es ist nur Eine […]

Eine Schule für alle – Argument 009

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948), Art. 26 (Auszug) „1. Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, … und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen. 2. Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie […]

Eine Schule für alle – Argument 008

UN-Behinderten­rechtskonvention (2006), Art. 24, Abs. 2 (Auszug) „… stellen die Vertragsstaaten sicher, dassa) Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden; …“

Eine Schule für alle – Argument 005

Grundgesetz Art. 3, Abs. 3 „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstam­mung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Eine Schule für alle – Argument 004

Friedrich Schleier­macher (1768 – 1834) „Es wäre frevelhaft, die Erziehung so anzuordnen, dass die Ungleichheit absichtlich und gewaltsam festgehalten wird auf dem Punkt, auf welchem sie steht.“

Eine Schule für alle – Argument 003

Wilhelm von Humboldt (1746 – 1827) „Allein auch in dieser … Absicht, daß die Mittelschulen für diejenigen, die auf höheren Unterricht Verzicht leisten, bestimmt sein sollen, bestreite ich dieselben. Da … die Bestimmung eines Kindes oft sehr lange unentschieden bleibt, so bringen sie den Nachteil hervor, daß leicht Verwechslungen vorgehen, der künftige Gelehrte zu lange […]

Eine Schule für alle – Argument 002

Wilhelm von Humboldt (1746 – 1827) „Denn der gemeinste Tagelöhner und der am feinsten Ausgebildete muß in seinem Gemüt ursprünglich gleichgestimmt werden, wenn jener nicht unter der Menschenwürde roh und dieser nicht unter der Menschenkraft sentimental, schimärisch und verschroben werden soll. … Auch Griechisch gelernt zu haben könnte auf diese Weise dem Tischler ebenso wenig […]