Eine Schule für alle – Argument 112

Abgeordnetenhaus von Berlin „Es bedarf eines nicht auslesenden Schulsystems und einer neuen Lern- und Lehrkultur, so wie es dem Selbstverständnis der Gemeinschaftsschule entspricht. (…)Die bevorstehende Weiterentwicklung der Schulstruktur (…) ist ein wichtiger Zwischenschritt in Richtung eines ungegliederten, nicht auslesenden Schulsystems.“ (Beschluss vom 25.6.2009)
Eine Schule für alle – Argument 111

Johann Amos Comenius (1592 – 1670) Alle Kinder „zwischen dem 6. und 12. oder 13. Altersjahr“ sollen die öffentliche „Muttersprachschule“ besuchen. Man darf die Menschen „nicht so früh voneinander trennen und einigen wenigen Gelegenheit bieten, sich mehr zu dünken als die anderen“.
Eine Schule für alle – Argument 110

John Hattie (2025) „Deutschland hat vergleichsweise viele zugewanderte Kinder in kurzer Zeit aufgenommen. … wenn die Kinder möglichst schnell Deutsch lernen, können sie im Schnitt genauso gut lernen wie alle anderen. Das sind eure Fachkräfte von morgen. Einigen Schulen gelingt die Integration weniger, anderen hingegen sehr gut. Diese Schulen müssen wir wertschätzen und von ihnen […]
Eine Schule für alle – Argument 109

John Hattie (2025) „Ich verstehe nicht, warum Deutschland seit Jahrzehnten Kinder mit Behinderung separiert und sich bis heute nicht grundsätzlich davon verabschiedet hat.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 108

John Hattie (2025) „Betrachten Lehrkräfte bestimmte Kinder als Herausforderung oder als Problem? Sehen sie den Fehler beim Kind? Ich höre von Lehrkräften häufig, wie furchtbar es sei, so viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, so viele migrantische Kinder mit Sprachdefiziten oder so viele aggressive Kinder in der Klasse zu haben. Warum lässt man diese Kritik überhaupt […]
Eine Schule für alle – Argument 107

John Hattie (2025) „Wenn Kinder im Alter von neun oder zehn Jahren aufgeteilt werden, und zwar nicht nur nach Leistung, sondern de facto oft auch nach sozialer Herkunft, bleiben sie unter sich. Sie sprechen nicht mit »den anderen«. So werden sie auf die zentrale Aufgabe, mit verschiedenen Menschen zusammenzuarbeiten, zu kommunizieren und zu verstehen, wie […]
Eine Schule für alle – Argument 106

John Hattie (2025) „Polen hat sein teilweise gegliedertes Schulsystem vor Jahren stark reformiert und ist danach im Pisa-Ranking deutlich aufgestiegen. 2017 wurde im Zuge einer neuen Reform einiges zurückgedreht, danach rutschte Polen wieder leicht herunter.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 105

John Hattie (2025) „[Das Schulsystem] muss allen Schülerinnen und Schülern die Chance geben, ihre Leistungen zu verbessern, nicht nur einem Bruchteil. Ich schaue von außen drauf und sage: Deutschland wird es sonst niemals an die Spitze der Pisa-Charts schaffen.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 104

John Hattie (2025) Abschaffung des Gymnasiums?: „Viele Eltern wollen das nicht, aber die Schule ist nicht für die Eltern da, sondern für die Kinder. Sie werden die Zukunft Deutschlands prägen.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 103

John Hattie (2025) „Die einzig bestimmende Schulform sollte dem Konzept der Grundschule folgen: Kinder sollten sehr viel länger als bisher gemeinsam lernen – so, wie es in fast allen anderen Ländern der Welt längst Praxis ist.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 102

John Hattie (2025) „Entscheidend ist, dass Schüler und Eltern es so wahrnehmen, dass es in diesem Schulsystem eine Hierarchie der Schulformen gibt, mit dem Gymnasium an der Spitze. Das ist traurig. Ich möchte doch, dass mein Handwerker eine ebenso exzellente Schulbildung genossen hat wie mein Arzt.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 101

John Hattie (2025) Das gegliederte Schulsystem: „Deutschland steht damit weltweit ziemlich allein da. Es ist das ungerechteste Schulsystem, das ich kenne.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 100

John Hattie (2025) „Lehrerinnen und Lehrer erklären mir immer wieder, es sei viel einfacher, homogene Klassen zu unterrichten. Aber diese frühzeitige Trennung ist nicht im Interesse der Schülerinnen und Schüler. Einige benötigen eine zweite, dritte oder vierte Chance, um Dinge besser zu verstehen, und zwar über die Grundschulzeit hinaus.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 099

John Hattie (2025) „Kinder werden frühzeitig getrennt und auf verschiedene Schulformen geschickt. Das nimmt ihnen die Chance, sich im Laufe ihrer Schulzeit zu entwickeln und zu verbessern. Ich kann nicht verstehen, wie man so viel Talent vergeuden kann.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 098

John Hattie (2025) „Ich staune, dass man in Deutschland meint, schon bei etwa neun bis zehn Jahre alten Kindern einschätzen zu können, was sie später leisten können.“ (Der Spiegel, 2025/1)
Eine Schule für alle – Argument 097

John Hattie (2024) Was hat Sie in ihrer Schulzeit am meisten geprägt? Hattie: „Dass mir niemand gesagt hat, du kannst das nicht.“ (SZ, 23. April 2024)
Eine Schule für alle – Argument 096

John Hattie (2024) „Heterogenität ist die Norm in unserem Leben – in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Daher sollten Schulen dies widerspiegeln, um den Schülern und Schülerinnen die Fähigkeiten zu vermitteln, andere zu respektieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Meine Forschung beweist, dass Gruppierung und Segregation keinem Schüler zugutekommt.“ (Augsburger Allgemeine, 06.05.2024, Interview […]
Eine Schule für alle – Argument 095

John Hattie (2024) „Ich bin übrigens auch erstaunt darüber, dass das deutsche System zu wissen glaubt, was ein elf- oder zwölfjähriger Schüler im Alter von 30 Jahren können wird, und ihn entsprechend einer Schulart zuteilt. Und ich bin bestürzt darüber, wie unglaublich viel Erfolg verloren geht, indem man Kindern einen Stempel verpasst.“ (Augsburger Allgemeine, 06.05.2024, […]
Eine Schule für alle – Argument 094

Ludger Wößmann (2024) „In der heutigen globalisierten Wirtschaft ist es volkswirtschaftlich von entscheidender Bedeutung, das Bildungspotential der gesamten Bevölkerung zu nutzen. Die frühe Aufgliederung in Deutschland ist dafür ein Hindernis.“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)
Eine Schule für alle – Argument 093

Ludger Wößmann (2024) „In der ideologielastigen deutschen Bildungsdebatte scheint es schwer zu vermitteln, dass man in einer späteren Aufgliederung der Schüler nicht gleich den Untergang des Abendlandes sehen muss – oder den Einzug der sozialistischen Einheitsschule. In Anbetracht der Tatsache, dass so gut wie alle anderen westeuropäischen Länder diesen Weg schon vor mehreren Jahrzehnten gegangen […]
Eine Schule für alle – Argument 092

Ludger Wößmann (2024) „Eine spätere und geringere Aufteilung geht nicht auf Kosten des Leistungsniveaus: Sie hat keinen nennenswerten Einfluss auf das Leistungsniveau, und wenn überhaupt, dann geht sie mit einem höheren Niveau einher.“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)
Eine Schule für alle – Argument 091

Ludger Wößmann (2024) „In Bundesländern, in denen nur noch ein geringer Anteil der Schüler die Hauptschule besucht, könnte durch eine Verringerung der Schultypen die Ausgrenzung leistungsschwacher Schüler reduziert werden.“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)
Eine Schule für alle – Argument 090

Ludger Wößmann (2024) „Brandenburg und Berlin teilen ihre Schülerinnen und Schüler erst nach der sechsten statt wie andernorts üblich schon nach der vierten Klasse auf und erzielen eine geringere Abhängigkeit der Schülerleistungen vom jeweiligen familiären Hintergrund. Die Größe des statistisch berechneten Effektes ist beträchtlich.“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom […]
Eine Schule für alle – Argument 089

Ludger Wößmann (2024) „Auch in Deutschland kann durch eine spätere Aufgliederung der Kinder auf Hauptschule, Realschule und Gymnasium und durch eine geringere Anzahl an Schultypen die Chancengleichheit für Kinder mit unterschiedlichem sozioökonomischen Hintergrund erhöht werden.“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)
Eine Schule für alle – Argument 088

Ludger Wößmann (2024) „Bundesländer mit späterer Aufteilung und einer geringeren Anzahl von Schultypen erreichen weniger Ungleichheit der Bildungschancen für Kinder aus sozial schwachen Schichten. Trotz der vielfach beschworenen Durchlässigkeit zwischen den Schultypen hat die frühe Selektion also offensichtlich bleibende negative Konsequenzen.“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)
Eine Schule für alle – Argument 087

Ludger Wößmann (2024) „Je früher ein Bildungssystem die Kinder in verschiedene Schultypen aufteilt, desto stärker hängt der Bildungserfolg vom jeweiligen familiären Hintergrund ab. Schon seit längerem ist bekannt, dass im internationalen Vergleich Schulsysteme mit geringerer schulischer Selektion eine höhere Chancengleichheit erreichen.“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)
Eine Schule für alle – Argument 086

Ludger Wößmann (2024) „Die frühe schulische Selektion, also die Aufteilung der Kinder nach der Grundschule auf die drei Schultypen Hauptschule, Realschule und Gymnasium, ist einer der wichtigsten Gründe für die hohe soziale Selektivität des deutschen Schulsystems. Die Datenlage zeigt eindeutig, dass eine spätere schulische Selektion die Chancengleichheit der Schüler erhöht“ (Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, […]
Eine Schule für alle – Argument 085

John Hattie (2024) „Ich bin übrigens auch erstaunt darüber, dass das deutsche System zu wissen glaubt, was ein elf- oder zwölfjähriger Schüler im Alter von 30 Jahren können wird, und ihn entsprechend einer Schulart zuteilt. Und ich bin bestürzt darüber, wie unglaublich viel Erfolg verloren geht, indem man Kindern einen Stempel verpasst.“ (John Hattie – […]
Eine Schule für alle – Argument 084

John Hattie (2024) „Meine Forschung beweist, dass Gruppierung und Segregation keinem Schüler zugutekommt.“ (John Hattie – Bildungsforscher aus Neuseeland, Augsburger Allgemeine 06.05.2024 „Eltern müssen die Liebe zum Lernen wecken“, Interview von Sarah Ritschel)
Eine Schule für alle – Argument 083

John Hattie (2024) „Heterogenität ist die Norm in unserem Leben – in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Daher sollten Schulen dies widerspiegeln, um den Schülern und Schülerinnen die Fähigkeiten zu vermitteln, andere zu respektieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ (John Hattie – Bildungsforscher aus Neuseeland, Augsburger Allgemeine 06.05.2024 „Eltern müssen die Liebe zum […]
Eine Schule für alle – Argument 082

John Hattie (2024) Zur Verteilung der Kinder nach der Grundschule an verschiedene Schularten sagt er: „Wie können Sie denn bei Zehnjährigen schon wissen, wie sie mit 30 sein werden?“ (John Hattie – Bildungsforscher aus Neuseeland, SZ 23.04.2024 „Kinder interessieren sich nicht fürs Unterrichten, die wollen lernen.“)
Eine Schule für alle – Argument 080

Wolfgang Harnischfeger (2024) „Warum ist ein radikaler Neuanfang nötig? Das bisherige Bildungssystem löst die Grundgesetzgarantie auf freie Entfaltung der Persönlichkeit nicht ein, es produziert zu viele Verlierer, deren Lebensperspektive von Anfang an in schlecht bezahlter Arbeit und Tranferleistungen besteht.“ (Wolfgang Harnischfeger – ehem. Leiter des Beethoven-Gymnasiums Berlin im Tagesspiegel vom 22.01.2024 „Ein radikal anderes Schulkonzept […]
Eine Schule für alle – Argument 081

Berd Siggelkow (2024) Wie kann die Kinderarmut aus Ihrer Sicht dauerhaft bekämpft werden? „In erster Linie müsste sich das Schulsystem am Kind orientieren und nicht umgekehrt. …“(Bernd Siggelkow – Gründer der Arche in der Berl. Zeitung vom 29.02.2024 „Kinderarmut ist in erster Linie eine Chancenungleichheit“)
Eine Schule für alle – Argument 079

Wolfgang Harnischfeger (2024) „… In der Oberschule werden die jahrgangsgebundenen Rahmenrichtlinien ersetzt durch kompetenzorientierte Pläne, … Schule findet im Ganztagsbetrieb statt, die Schulformen werden aufgelöst, es gibt nach der Grundschule keine Aufteilung nach Gesamtschule, ISS und Gymnasium, alle besuchen eine Schule, die in sich hochdifferenziert sein kann.“ (Wolfgang Harnischfeger – ehem. Leiter des Beethoven-Gymnasiums Berlin […]
Eine Schule für alle – Argument 078

Stephanie van Ophuysen (2024) „Es ist empirisch belegt, dass gegliederte Schulsysteme wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz dazu führen, dass die Schere zwischen guten und schlechten Schülern weiter aufgeht. Ob die Gesellschaft das möchte, ist eine normative Frage, Ich … finde ein gegliedertes Schulsystem wenig intuitiv.“ (Stephanie von Ophuysen – Prof. für Erziehungswissenschaften, Uni […]
Eine Schule für alle – Argument 075

Prof. Dr. Marcel Helbig (2023) „Möchte man Bildungsgerechtigkeit … [so] verstehen, … [dass] Ungleichheiten nur zu akzeptieren sind, insoweit sie den am wenigsten Begünstigten den größten Vorteil bieten, verkehrt das deutsche Schulsystem diesen Grundsatz aktuell ins Gegenteil. Auf kurz oder lang wird sich die Schulpolitik mit der verhassten ‚Schulstrukturfrage‘ wieder beschäftigen müssen.“ (Marcel Helbig: Die […]
Eine Schule für alle – Argument 076

Prof. Dr. Marcel Helbig (2023) „Auf der einen Seite der Kluft steht eine zunehmende Zahl von nicht gymnasialen Schulen, an denen sich trotz aller Reform- und Schulentwicklungsbemühungen wieder jene Probleme abzeichnen, mit denen ehedem die Hauptschulen zu kämpfen hatten. Auf der anderen Seite steht mit dem Gymnasium eine Schulform, in der sich weit überproportional Kinder […]
Eine Schule für alle – Argument 077

Prof. Dr. Marcel Helbig (2023) „Eine erneute Debatte über Schulstrukturen würde unweigerlich das Gymnasium in seiner jetzigen Form in Frage stellen und unmittelbar jene Bevölkerungsgruppen mobilisieren, die von den bestehenden Strukturen am stärksten profitieren und auch am ehesten in der Lage sind, für ihre Interessen einzutreten.“ (Marcel Helbig: Die Kluft zwischen Gymnasien und nicht gymnasialen […]
Eine Schule für alle – Argument 074

Heinz Klippert (2023) „[Es] darf … nicht das Ziel der staatlichen Bildungspolitik sein, die Integrierte Gesamtschule als bloßes Feigenblatt im gegliederten Schulwesen zu nutzen. Nötig ist vielmehr eine energische Neubewertung, Neuprofilierung und Ausweitung dieser integrationsfördernden Schulart.“(Heinz Klippert: Die gelähmte Bildungsrepublik, Weinheim 2023, S. 250)
Eine Schule für alle – Argument 073

Heinz Klippert (2023) „… macht es Sinn, einer modernisierten und mit zusätzlichen … Ressourcen ausgestatteten Integrierten Gesamtschule sehr viel mehr Gewicht zu geben, als das bisher der Fall ist. … Anderenfalls werden Reformziele wie die Steigerung der Chancengerechtigkeit, der Schülerintegration oder der PISA-Leistungen noch lange ziemlich hohle Absichtserklärungen bleiben.“ (Heinz Klippert: Die gelähmte Bildungsrepublik, Weinheim […]