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Länderbericht 2019/2

In der aktuellen bildungspolitischen Landschaft Schleswig-Holsteins gehört es zu unserem täglichen Geschäft, auf die Herausforderungen durch die Regierungspolitik zu reagieren. Dabei können wir uns gegen eine Umdeutung der Gemeinschaftsschule als Bestandteil eines selektiven Schulsystems nur mit bedingtem Erfolg wehren.

 

Konstruktiv orientiert setzen wir uns u.a. für den Abbau von Benachteiligungen ein, z.B. bei der Umsetzung der Inklusion und der Ausgestaltung eines Bildungsbonus für Schulen mit besonderen Herausforderungen. Wir fordern mehr Chancengleichheit, z.B. in Bezug auf die Gestaltung der Oberstufe im Rahmen einer Oberstufenreform sowie die Einrichtung weiterer Oberstufen an Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe. Informationen dazu sind auf der Homepage und in unserem Newsletter 9 vom Dezember 2018 zu finden.

Unsere nun schon traditionelle Klausurtagung des erweiterten Landesvorstandes zu Beginn eines jeden Jahres haben wir diesmal dazu benutzt, uns vom „Alltagsgeschäft“ zu lösen und, wie bereits berichtet, die Themen „Verlängerte gemeinsame Schulzeit für alle“ und „Gemeinschaftsschule als gebundene Ganztagsschule“ nach jeweils einführenden Referaten von Joachim Lohmann bzw. Hans-Werner Johannsen ausführlich zu diskutieren. Wir werden diese Diskussionen fortsetzen und dabei Grundlagen für unsere künftige Ausrichtung entwickeln.

In einem am 29.1.19 in freundlicher Atmosphäre geführten Gespräch mit den bildungspolitisch Verantwortlichen der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatten wir die Gelegenheit, unsere Positionen darzustellen und Kritik an der aktuellen Bildungspolitik zu artikulieren. Ines Strehlau und Lasse Petersdotter erklärten ihrerseits, dass sie an die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag gebunden seien. Dies seien Kompromisse, die nur teilweise die Handschrift von Bündnis 90/Die Grünen trügen.

Für uns bleibt dennoch unverständlich, wie noch in der letzten Legislaturperiode in einer anderen Regierungskoalition vertretene Positionen, z.B. zur Lehrkräfteausbildung, von ihnen über Bord geworfen wurden.

DIETER ZIELINSKI