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Neue PISA-Studie erweist: Das Deutsche Schulsystem ist am Ende

Stellungnahme des Bundesvorstandes vom 12.12.2023:

Die aktuelle Bildungsstudie der OECD zeigt Deutschland an einem nie dagewesenen Tiefpunkt:

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 Download Stellungnahme 12.12.2023 

Die aktuelle Bildungsstudie der OECD zeigt Deutschland an einem nie dagewesenen Tiefpunkt:

  • steiler Leistungsabfall bei den 15-Jährigen in wesentlichen schulischen Kompetenzen,
  • Fehlen grundlegender Fähigkeiten inzwischen bei einem Viertel bis einem Drittel unserer Schüler*innen,
  • unnötig große Lücken u.a. aufgrund verschlafener Digitalisierung aus der Zeit der coronabedingten Schließungen,
  • weiterhin eine eklatante soziale Ungerechtigkeit, die bereits das „Markenzeichen“ des deutschen Bildungswesens auch im längerfristigen OECD-Vergleich darstellt,
  • Versagen auch bei der Förderung von Leistungsstärken sogar an den Gymnasien,
  • an Gymnasien ist nach den aktuellen Ergebnissen nicht mehr garantiert, dass die Schüler*innen Aufgaben auf grundlegendem Anforderungsniveau beherrschen.

Insbesondere mit Bezug auf die letztgenannten Beobachtungen stellt die GGG fest: „Die aktuellen, desaströsen PISA-Ergebnisse beweisen erneut, dass im deutschen Schulwesen nicht weitergemacht werden kann wie bisher. Einerseits Bildungs­ferne und soziale Benachteiligung nicht wirksam angehen - womöglich noch schulisch verschlimmern - und andererseits nicht einmal mehr die oft bemühte 'Exzellenz' liefern: Womit also sollen antiquierte Mehrgliedrigkeit, Halbtagsunterricht, frühe Aufteilung auf festgelegte Bildungswege und die Unterschiedlichkeit in Ansehen und Förderung der einzelnen Schulformen gerechtfertigt werden? Hier hilft verzagtes Nachjustieren nicht mehr weiter. Es ist höchste Zeit für eine grundlegende Bildungsreform, die sich an den Lernbedürfnissen der Kinder und Jugendlichen sowie an den gesellschaftlichen Notwendigkeiten orientiert - nicht an einem überkommenen und nun offensichtlich gescheiterten Schulsystem. Länder wie Estland oder Kanada, die im PISA-Ranking deutlich besser abgeschnitten haben, zeigen wie es geht: mit längerem gemeinsamem Lernen für alle Kinder und individueller Förderung, um unterschiedliche Voraussetzungen wirksam auszugleichen.

An Schulen des gemeinsamen Lernens wird dieser Weg bereits begangen, doch wird ihr Potenzial hierzulande zu wenig herausgestellt, werden sie gegenüber den Gymnasien finanziell und personell vernachlässigt. Dabei muss in den Bundesländern wie in ganz Deutschland die Schulstrukturdebatte, die nach dem ersten PISA-Schock nur aufgeschoben wurde, jetzt endlich geführt und zugunsten der einen Schule für alle entschieden werden.“

Dr. Cornelia Östreich
Für den Bundesvorstand