Ludger Wößmann (2024)

"In der ideologielastigen deutschen Bildungsdebatte scheint es schwer zu vermitteln, dass man in einer späteren Aufgliederung der Schüler nicht gleich den Untergang des Abendlandes sehen muss – oder den Einzug der sozialistischen Einheitsschule. In Anbetracht der Tatsache, dass so gut wie alle anderen westeuropäischen Länder diesen Weg schon vor mehreren Jahrzehnten gegangen sind, ist eine solche Befürchtung geradezu lächerlich. Die 'bürgerliche' Einheitsschule, die allen Schichten ein Recht auf Teilhabe an guter Bildung gewährt, hat überall in Europa Einzug gehalten."
(Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)

Ludger Wößmann (2024)

"In der heutigen globalisierten Wirtschaft ist es volkswirtschaftlich von entscheidender Bedeutung, das Bildungspotential der gesamten Bevölkerung zu nutzen. Die frühe Aufgliederung in Deutschland ist dafür ein Hindernis."
(Ludger Wößmann – Ludwig-Maximilians-Universität München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, PM vom Mai 2024)

Stephanie von Ophuysen (2024)

"Es ist empirisch belegt, dass gegliederte Schulsysteme wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz dazu führen, dass die Schere zwischen guten und schlechten Schülern weiter aufgeht. Ob die Gesellschaft das möchte, ist eine normative Frage, Ich ... finde ein gegliedertes Schulsystem wenig intuitiv."
(Stephanie von Ophuysen – Prof. für Erziehungswissenschaften, Uni Münster in der SZ vom 10./11.02.2024, S. 31)

Marcel Helbig (2023)

"Möchte man Bildungsgerechtigkeit ... [so] verstehen, ... [dass] Ungleichheiten nur zu akzeptieren sind, insoweit sie den am wenigsten Begünstigten den größten Vorteil bieten, verkehrt das deutsche Schulsystem diesen Grundsatz aktuell ins Gegenteil. Auf kurz oder lang wird sich die Schulpolitik mit der verhassten 'Schulstrukturfrage' wieder beschäftigen müssen."
(Marcel Helbig: Die Kluft zwischen Gymnasien und nicht gymnasialen Schulformen – Warum wir eine neue Schulstrukturdebatte brauchen, in DDS 4/2023, S. 342)

Marcel Helbig (2023)

"Auf der einen Seite der Kluft steht eine zunehmende Zahl von nicht gymnasialen Schulen, an denen sich trotz aller Reform- und Schulentwicklungsbemühungen wieder jene Probleme abzeichnen, mit denen ehedem die Hauptschulen zu kämpfen hatten. Auf der anderen Seite steht mit dem Gymnasium eine Schulform, in der sich weit überproportional Kinder der höheren sozialen Schichten befinden, in der es eine vergleichsweise gute Ressourcenausstattung gibt und von der man mit dem noch immer schlagkräftigen Argument einer meritokratischen Leistungsauslese die gesellschaftlichen Herausforderungen weitgehend fernhalten kann."
(Marcel Helbig: Die Kluft zwischen Gymnasien und nicht gymnasialen Schulformen – Warum wir eine neue Schulstrukturdebatte brauchen, in DDS 4/2023, S. 342)